Konzept BER·DROps
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Vorschlag zum aktiven Lärmschutz am BER

Getrennter Parallelbetrieb – lärmoptimiert mit BER·DROps

Nach Ansicht des damaligen Ministerpräsidenten, Herrn Platzeck, ist mit einem klugen Betriebsverfahren bei zwei Start- und Landebahnen zu erreichen, dass Menschen, die unter den Flugrouten der einen Bahn leben, Ruhe bekommen, weil nur die andere genutzt wird. Umweltbundesamt und Landesumweltministerium befürworten flugbetriebsfreie Zeiten bzw. Erholungspausen für die einzelnen bahnbezogenen Betriebsrichtungen, die durch getrennten Parallelbetrieb möglich werden.

DROps steht für Dedicated Runway Operations, das heißt für sehr unterschiedliche Betriebsregimes, bei denen die Pisten eines Flughafens dediziert, also durch Widmung für einen bestimmten Zweck genutzt werden. So kann z. B. eine Bahn für Flüge nach Sichtflugregeln und die andere für Flüge nach Instrumentenflugregeln; eine Bahn als Betriebspiste und die andere als Reservepiste; oder bei getrenntem Parallelbetrieb eine Bahn als Startbahn und die andere als Landebahn genutzt werden. BER·DROps, das ist ein eigenes Betriebskonzept, das mit lärmoptimiertem getrennten Parallelbetrieb dazu beitragen soll, keinen anderen mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch den Flugbetrieb am BER zu belästigen. Verbunden damit könnte durch segmentierte Anflüge die Anzahl der vom Flugverkehr betroffenen Menschen auch am Tage um mehrere Zehntausend gesenkt werden. Als willkommener Nebeneffekt wäre eine signifikante CO2‑Einsparung durch vermehrt durchführbare CDA-Verfahren beim Anflug auf den BER möglich. Außerdem würde das stellenweise zu hohe Konfliktpotential gesenkt und dabei weder die Durchsatzrate der Start- und Landebahnen noch die wirtschaftliche Perspektive des Flughafens beeinträchtigt.

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Getrennter Parallelbetrieb – eine reelle Option für BER

Getrennter Parallelbetrieb ist am BER nur in Kombination mit wechselnder Widmung der Pisten akzeptabel. Der Vorschlag aus Wildau, getrennten Parallelbetrieb ohne wechselnde Widmung der Pisten durchzuführen, war ein erster Schritt, stieß aber zur 81. Sitzung der „Fluglärmkommission“ (FLK) auf Ablehnung. Die FLK erkannte, dass das Wildauer Konzept den Lärmteppich zwar beachtlich verkleinert, die Belastung aber für viele dann noch immer betroffene Menschen unzumutbar verdoppelt hätte. Das BER·DROps-Konzept korrigiert dieses Manko durch optimierten Gebrauch der festgelegten Flugverfahren. Der Londoner Flughafen Heathrow (LHR) dient dabei als Vorbild. Das Konzept widerspiegelt darüber hinaus auch etliche Anregungen aus den Anrainergemeinden des BER. Wie getrennter Parallelbetrieb mit wechselnder Widmung der Pisten auf einem der effizientesten Flughäfen der Welt gehandhabt wird, zeigt das folgende Video.


Video

Das BER·DROps-Konzept wurde im Januar 2013 eingereicht. Im Mai 2014, zur 90. Sitzung beauftragte die FLK die AG Betriebsregelung BER der Staatskanzlei Brandenburg, das Konzept zu prüfen. Aber die AG verfolgte nur ihr DROps-Konzept für besonders genehmigte Flüge während der Nacht und ignorierte beharrlich den Auftrag der FLK, das BER·DROps-Konzept aus Mittenwalde zu begutachten. Daher fasste die Kommission auf der 96. Sitzung den Beschluss, BER·DROps auf anderem Weg lärmfachlich bewerten zu lassen. Die Landesregierung Brandenburgs verlangt jedoch mit ihrer übergriffigen Antwort, dass der Beschluss sich insbesondere den Ergebnissen der AG Betriebsregelung BER zuordnen lassen sollte. Das hintertreibt die Eigenständigkeit der FLK. Mittenwalde bat also den Landtag Brandenburgs mit einer Petition um Unterstützung, die Landesregierung umzustimmen. Letzten Endes wurde aber die Petition abschlägig beschieden. Der Wunsch der FLK nach lärmfachlicher Bewertung des BER·DROps-Konzepts drohte in Vergessenheit zu geraten. Deshalb sollte die DFS GmbH ein alternatives Konzept für getrennten Parallelbetrieb am Tage ausarbeiten, um einen neuen Impuls zu setzen. Zur Evaluation der Konzepte hätte dann auch BER·DROps lärmfachlich bewertet werden müssen. Doch die FLK war mehrheitlich nicht bereit, ausgerechnet die beim aktiven Lärmschutz bremsende DFS GmbH damit zu betrauen und beharrt somit weiter auf dem Beschluss der 96. Sitzung von 2016.

Wie kann es weitergehen?

Bei Sanierungsarbeiten im Bereich der Nordbahn nutzte die FBB GmbH zum wiederholten Mal über Monate hinweg ausschließlich die südliche Start- und Landebahn des BER. Welche Änderung der Fluglärmbelastung sich einstellt, wenn nur auf der Südbahn gestartet oder gelandet wird, war je nach Wohnort sowohl be- als auch entlastend für die Anrainer des BER spürbar. Leider hat die FLK noch nicht die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und die beiden zuständigen Luftfahrtbehörden dahingehend beraten können, wie die Belastung mit einem klugen Betriebsverfahren abwechselnd verteilt und damit die Belästigung durch Fluglärm eingeschränkt werden kann.

  • Die grundsätzliche Umsetzbarkeit des getrennten Parallelbetriebs am Flughafenstandort BER ist bewiesen. Somit empfiehlt es sich in mehrfacher Hinsicht, das BER·DROps-Konzept weiterzuverfolgen.
  • Als nächstes müsste das Umweltbundesamt ein modifiziertes Datenerfassungssystem (DES) erstellen, die Anzahl der Betroffenen in 1 dB-Schritten ermitteln und eine lärmfachliche Bewertung abgeben.
  • Anschließend könnte die FLK bestimmungsgemäß darüber beraten und ein Betriebsverfahren vorschlagen, bei dem keiner mehr als nach den Umständen unvermeidbar durch den Flugbetrieb des BER belästigt wird.

Sowohl die Beschlüsse des brandenburgischen Landtags vom 01.09.2011 sowie der FLK vom 19.09.2016 als auch die Antwort der Landesregierung vom 29.05.2012 auf eine Kleine Anfrage unterstützen dieses Vorgehen.

Sollten stündlich im getrennten Parallelbetrieb keine 83 Flugbewegungen abgewickelt werden können, bleibt immer noch, es im gemischten Parallelbetrieb zu versuchen. Die differenzierte Nutzung der vorhandenen Flugverfahren ermöglicht es, bedarfsgerecht den Parallelbetrieb der Pisten (getrennt / halb gemischt / gemischt) entsprechend des Verkehrsaufkommens umzustellen. Zusätzliche Ab- und Anflugverfahren sind dafür nicht erforderlich.

Dieser Modus Vivendi lässt sich durchaus mit allen anderen Rahmenbedingungen des BER und insbesondere mit dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Verkehrsflughafens Berlin-Schönefeld vereinbaren.

Webpräsenz Achim Lorber | Stand: 15.05.2026

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